„Was passiert, wenn 40 Menschen im Überseemuseum aufhören, nach Glück zu suchen?“
„Es war kurz nach 17 Uhr, als ich einen Raum voller Menschen mit einer Geschichte begrüßte. Die Geschichte einer Person, die eigentlich alles hat. Einen guten Job. Menschen, die sie liebt. Weiß, was Dankbarkeit ist. Hat darüber Bücher gelesen. Podcasts gehört und vielleicht sogar einen Kurs gemacht.
Und trotzdem – trotzdem ist da dieses leise, hartnäckige Gefühl: Da fehlt was.
Ich hatte noch nicht mal zu Ende erzählt – da sah ich es schon. Dieses Nicken. Diese Gesichter, die sagen: Ja. Das kenne ich. Genau das.
Und in diesem Moment wusste ich: ✨Dieser Abend trifft etwas Echtes.“
Der Abend, der anders war
Das ploppppp.de Networking-Event am 17. April 2025 im Überseemuseum Bremen war kein gewöhnlicher Networking-Abend. Es gab keinen Cocktailempfang mit Small Talk über Visitenkarten. Es gab einen Vortrag, der direkt mit einer unbequemen Frage begann. Und es gab Gespräche danach, die sich anfühlten, als hätte man sich schon lange gekannt.
Das Thema des Abends: Warum das Glück näher ist als wir denken – und warum weniger Suchen mehr Finden bedeutet.
Was klingt wie ein Motivationszitat, ist in Wirklichkeit einer der am besten belegten Befunde der Glückspsychologie. Und genau darum ging es an diesem Abend: Nicht um Motivation. Sondern um Verstehen.
Das Paradox unserer Zeit
Wir leben in der am besten erforschten Epoche der Glückspsychologie. Wir haben die Bücher, die Apps, die Studien. Und trotzdem nehmen depressive Erkrankungen weltweit zu.
Trotzdem steigen Burnout-Raten. Trotzdem kennt fast jeder dieses leise Gefühl: Ich weiss, wie es gehen sollte. Ich tue es nur nicht.
Was läuft falsch?
Die Antwort, die ich an diesem Abend gegeben habe, ist unbequem:
Das Suchen selbst ist oft das Problem.
An der Harvard Universität haben Forscher herausgefunden und Matthew Killingsworth (Harvard Universität) hat es mit einer Smartphone-Studie an 15.000 Teilnehmern ebenfalls gezeigt: Menschen verbringen fast 47 Prozent ihrer Wachzeit damit, an etwas anderes zu denken als das, was sie gerade tun. Und in diesen Momenten sind sie messbar unglücklicher – egal, wohin der Gedanke wandert.
47 Prozent.
Fast die Hälfte unseres bewussten Lebens – woanders.
Was der Abend wirklich gezeigt hat
Ich habe an diesem Abend drei Dinge gesehen, die mich noch lange beschäftigt haben.
Erstens: Erleichterung. Wenn Menschen erfahren, dass ihr Gehirn nicht gegen sie ist – sondern evolutionär so gebaut wurde, dass es Negatives schneller registriert und länger speichert (der sogenannte Negativity Bias) – dann entspannen sich Schultern. Dann werden Atemzüge tiefer. Das ist kein Versagen. Das ist Biologie.
Zweitens: Neugier. Als ich erklärt habe, dass 40 Prozent unseres Glücksempfindens in unserem eigenen Einflussbereich liegen – nicht in Genen, nicht in Umständen, sondern in Gedanken, Handlungen und Gewohnheiten – da wollten die Menschen wissen: Wie geht das konkret?
Drittens: Verbindung. Die Gespräche nach dem Vortrag. Menschen, die sich gerade erst begegnet waren, teilten Dinge, die sie selten erzählen. Über Erschöpfung, über das Gefühl zu funktionieren statt zu leben, über den Wunsch, dass das Leben sich wieder echter anfühlt. Das Überseemuseum als Kulisse – Weltgeschichte an den Wänden, hohe Räume, warmes Licht – hat das möglich gemacht.
Drei Erkenntnisse, die du heute noch nutzen kannst
Dieser Blogpost wäre unvollständig ohne etwas Konkretes. Deshalb hier die drei Dinge, die hoffentlich auch die Teilnehmer von diesem Abend mitgenommen haben – und die jeder sofort anwenden kann:
1.Das Gehirn lernt, was wir ihm beibringen.
20 Sekunden bewusstes Stehenbleiben bei einer positiven Erfahrung genügen, um eine neuronale Spur zu legen. Nicht eine Stunde Meditation. Nicht ein Kurs. Zwanzig Sekunden innehalten und wahrnehmen: Das war gut. Das hat sich richtig angefühlt.
2. Dankbarkeit ist Präzisionsarbeit, kein Wunschdenken.
Nicht ‚Ich bin dankbar für meine Gesundheit‘ – das ist zu abstrakt, um neuronale Wirkung zu entfalten. Sondern: ‚Das Gespräch heute Mittag hat mir Energie gegeben.‘ Konkret. Heutiges Datum. Ein Satz.
3. Glück ist zu 40 Prozent selbstbestimmt.
Das ist kein Motivationszitat. Das ist der Befund von Sonja Lyubomirsky nach jahrelanger Glücksforschung. 50 Prozent sind genetisch bedingt. 10 Prozent durch äussere Umstände. Aber 40 Prozent liegen in dem, wie ich denke, handle und wahrnehme. Das ist fast die Hälfte. Das ist genug, um heute anzufangen.
Was als nächstes kommt
Ich bin mir sicher, es wird eine Fortsetzung geben. Vermutlich oder eher vielleicht im Herbst 2025, mal sehen. Wir haben es noch nicht konkretisiert, allerdings haben wir uns in der Lokation in Bremen super wohlgefühlt. Und wenn dann, wieder in einem Raum, der dieser Art von Gesprächen würdig ist. Was genau das Thema sein wird, steht auch noch nicht fest. Aber dass es tiefer gehen wird – das steht fest. Denn der gestrige Abend hat gezeigt: Die Bereitschaft, ehrlich über das eigene Wohlbefinden zu sprechen, ist grösser als gedacht. Man muss nur den richtigen Raum dafür schaffen.
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Wir freuen uns.
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Im Emotionscoaching arbeite ich mit dir individuell daran, Emotionen als Kompass zu nutzen – statt sie zu unterdrücken. Fundiert mit der emTrace®-Methode, Embodiment und der Positiven Psychologie.
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Deine Britta
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